Urs Kern ist ruhig und ausgeglichen und kommt mit jedermann aus. Er ist positiv eingestellt und denkt, da er introvertiert und tiefgründig ist, gerne über alles nach. Seine Familie bedeutet ihm sehr viel und er ist naturverbunden.
Einblicke ins Leben
Urs wuchs in Bülach im Zürcher Unterland zusammen mit seinem zwei Jahre älteren Bruder und der sieben Jahre jüngeren Schwester auf. Sehr viel von seiner Freizeit verbrachte er auf dem Bauernhof seines Onkels und seiner Tante in Nussbaumen (ZH). Im Sommer 1994 begann er seine Schreinerlehre und arbeitete eine zeitlang in diesem Beruf. 1996 lernte er seine zukünftige Frau Nelli in Lörrach (D) kennen. Sein Vater, der Briefträger war, brachte ihm diesen Beruf bei. Da er seine Nelli bald heiraten wollte, bewarb sich Urs für eine Briefträgerstelle in Rheinfelden, wo die Familie bis heute lebt. Er bediente auch einige Gemeinden im Fricktal und im Baselland. 2001 heiratete das Paar. Im Folgejahr kam Tochter Natascha zur Welt, der Sohn Luca folgte zwei Jahre später. Innerhalb der Post wuchs seine Verantwortung stetig. Er war für die Infosysteme zuständig, bildete als Lehrmeister Lehrlinge aus, und hatte schlussendlich die Funktion des Teamleiters inne.

Werdegang zur Bahnkarriere
2012 beschloss er seinen Beruf zu wechseln und fing bei der Baselland Transport AG, BLT, als Triebfahrzeugführer der Kategorie B80 (Fahrerlaubnis mit maximal 80 km/h) an zu arbeiten, was ihm sehr viel Freude bereitete. Diesen Beruf musste er jedoch aus privaten Gründen schon bald wieder beenden. 2013 ging er deshalb nochmals zurück zur Post und arbeitete als stellvertretender Teamleiter in Liestal wo er blieb, bis er sich im Jahr 2021 entschied wieder in den Führerstand zu wechseln. Er absolvierte bei der Matterhorn Gotthard Bahn, MGB, die Lokführerausbildung und ist nun seit Januar 2023 in Andermatt stationiert, hat dort eine kleine Wohnung und ist nun auf der Strecke zwischen Disentis, Andermatt, Brig und Zermatt unterwegs. Diese Arbeit bereitet ihm sehr viel Freude.
Arbeitsort und Familie in Einklang bringen
Die Unterstützung seiner Familie und deren Meinungen waren für ihn natürlich unumgänglich. Ohne ihre Zustimmung hätte er diesen Schritt nie gewagt. Es ist herausfordernd und benötigt sehr viel Planung, damit dieses Leben funktioniert und in der Balance bleibt. Daher kommt Nelli an ihren freien Wochenenden und manchmal unter der Woche zu ihm nach Andermatt, damit sie mehr gemeinsame Zeit haben. Umgekehrt pendelt er natürlich möglichst oft heim nach Rheinfelden. Die Bahnfahrt mit dem GA 1. Klasse (GA: Schweizer Netzkarte, das Generalabonnement) gehört dann bereits zu einer Erholungsphase.

Mit Gott im Job
Mit 15 Jahren entschied sich Urs in einem Gottesdienst bewusst für ein Leben mit Jesus. Aus biblischer Überzeugung ließ er sich ein Jahr später taufen. Er erzählt mir, dass seine Beziehung zu Gott, seinem Vater im Himmel, in den letzten Jahren tiefer wurde. Da er oft alleine unterwegs ist, bedeutet es ihm viel, mit Gott zu sprechen. Das Bewusstsein, dass er immer da ist und auf ihn Acht gibt ist wunderbar. Er beschreibt es als kindliches Vertrauensverhältnis.
Nachgefragt …
In meinem Berufsalltag gefällt mir besonders …
Dass ich selbständig arbeiten kann. Ich saß schon immer gerne am Steuer, ob im Auto oder nun im Führerstand. Die Gegenden, in welchen ich mich bewege, sind zudem einfach herrlich.
Eine grosse Herausforderung meines Berufes ist …
Die erforderliche Konzentration immer aufrecht zu halten, auch bei sechs oder sieben aufeinanderfolgenden Tagen. Denn lange Lenkzeiten und Routine können zu gefährlichen gedanklichen Ablenkungen führen.
Menschen fordern mich am meisten heraus, wenn …
… sie unterwegs sind und sich die Gefahr überhaupt nicht bewusst machen. Auf dem Bahnhofplatz in Brig ist mir kürzlich ein Mann, der auf sein Handy starrte, seitlich in den Zug gelaufen. Oft wird das Gleis noch schnell vor dem Zug überquert, ganz egal ob die Sicht gut oder ob es neblig ist.

Ich bin jeden Tag dankbar für …
… meine wunderbare Familie und jeden Tag gesund aufstehen zu können.
Zum Lächeln bringt mich immer wieder …
… Begegnungen mit Tieren. Ich kann aber auch über mich selber schmunzeln.
Das ärgert mich …
Wenn hinten herum geredet wird. Unpünktlichkeit trotz klarer Abmachungen.
Ein wichtiger Wert ist …
Ehrlichkeit
Ein Bibelvers der mir sehr viel bedeutet ist …
«All euer Tun – euer Reden wie euer Handeln – soll zeigen, dass Jesus euer Herr ist. Weil ihr mit ihm verbunden seid, könnt ihr Gott, dem Vater, für alles danken.» (Kolosser 3,17)
RailHope bedeutet für mich …
Ich bin dabei es freudig zu entdecken.