«Achtsam sein» bedeutet, wir sollen unsere Aufmerksamkeit bewusst auf das lenken, was gerade passiert. Im Hier und Jetzt zu sein, ohne sich ablenken zu lassen. Vergangenheit und Zukunft fur den Moment ausblenden. Unser Blick soll geschärft sein, für das, was gerade dran ist.
Wir werden mit so vielen Nachrichten und Informationen aus aller Welt bombardiert, dass wir gar nicht mehr in der Lage sind, alles zu verarbeiten. Es fehlt uns schlicht die Zeit und die Ruhe, um zu filtern und Wichtiges zu speichern. Unsere Aufmerksamkeit leidet unter der ständigen Reizüberflutung. Zukunftsängste lassen uns nicht zur Ruhe kommen. Der innere Friede ist genauso in Gefahr wie der Weltfrieden.
Achthaben auf mich und Gott
Nehmen wir uns genügend Zeit, unser Leben zu reflektieren und unseren Lebensstil zu hinterfragen? Nehmen wir die Signale wahr, die uns unser Körper sendet? Kenne ich meine Stressauslöser? Körperliche und mentale Gesundheit braucht Antworten auf diese Fragen. Ich merke an mir selbst, wie sehr mir manchmal all diese Herausforderungen des Lebens zusetzen. Da heißt es, auf Anzeichen der Überlastung achten, sich Zeit nehmen, zur Ruhe kommen. Durchatmen und die Stille genießen. «Gott ruhte am siebten Tag und schöpfte Atem», lese ich in der Bibel (2. Mose 31,17). Wenn der allmächtige Gott sich eine Auszeit nimmt und in der Stille Atem holt, dann wird es mir, seinem geliebten Kind, doch auch guttun. Atemholen. Ruhe. Stille. Besinnung. Im stressigen Alltag passieren diese Dinge nicht zufällig, und deshalb sollten wir regelmäßig eine Auszeit einplanen. Dazu braucht es eine Willensentscheidung meinerseits.
Plane deine Pausen und Ruhezeiten.
Zur Ruhe kommen vor meinem Gott, gibt mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die mir das Leben schwer machen. Im Psalm 37,7 steht: «Sei stille vor deinem Gott und warte auf ihn». Der Glaube an einen lebendigen Gott schenkt Sicherheit in unruhigen Zeiten. Im Gebet vor Gott zu kommen und ihm in allen Lebenslagen zu vertrauen, schenkt mir diese Ruhe. Diese lebendige Beziehung zu Gott, kommt durch den Glauben an Jesus Christus. Das Wort Achtsamkeit fehlt zwar in der Bibel, ist aber doch präsent. Es manifestiert sich in der inneren Haltung, dass ich den Fokus auf Gott und auch auf meinen Nächsten lege. Darum ist es wichtig, mein Gegenüber wahrzunehmen und ihm ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Dass ich mir Zeit zum Zuhören nehme. Oft hört man Sorgen und Nöte zwischen den Zeilen. Es gilt gute Gelegenheiten nicht zu versäumen. Den richtigen Moment zu nützen.
Ein Beispiel an Jesus nehmen
Wo immer Jesus in der Öffentlichkeit auftrat, kamen Menschenmassen zusammen. Er wurde bedrängt von allen Seiten, um von ihm geheilt zu werden oder seine Reden zu hören. In all dem Trubel übersah er aber nicht die einzelne Person. Als Beispiel dient eine blutflüssige Frau, die im Gedränge den Saum seines Gewandes berührt. Sofort hörte ihr Blutfluss auf. Jesus bleibt die unscheinbare Berührung der Frau nicht verborgen. Seine Achtsamkeit lässt ihn innehalten und sich der Frau zuwenden. «Dein Glaube hat dich gerettet », sagte er ihr (Lukas 8,43-48). Ebenso verhält es sich beim blinden Bartimäus, der im Getümmel den Sohn Davids ruft. Auch ihn überhört er nicht und er wird geheilt. Der verachtete Zöllner Zachäus, der aufgrund seiner Größe auf einem Baum sitzt, wird auch von Jesus wahrgenommen. Er kehrt bei ihm in sein Haus ein und nimmt sich seiner an (Lukas 18,35 – 19,10). Als RailHope Mitarbeiter ist mir dieses liebevolle Sehen meines Nächsten sehr wichtig. Der Stress und der Zeitdruck, sowie die hohe Verantwortung im Bahnbetrieb setzt vielen Kolleginnen und Kollegen zu. Dazu kommen auch noch die Sorgen und Probleme aus dem privaten Bereich. Die kann man nicht einfach zu Hause lassen. Gerade hier ein offenes Ohr und Herz zu haben, ist mir ein Anliegen. So wie Jesus es uns aufgetragen hat, sollen wir unseren Nächsten beistehen und ihnen die Liebe Gottes nahebringen. Achten wir aufeinander.