… nicht nur am Steuer oder im Fuhrerstand, sondern auch auf Mitmenschen und mich selbst.
Angeregt durch eine Andacht meines Kollegen Ueli Berger kommen mir in letzter Zeit immer wieder Gedanken zur Aufmerksamkeit in meinem Alltag, an der Arbeit und zuhause. Klar: im Führerstand als Lokführer ist es unbedingt notwendig, dass ich aufmerksam bin, um jedes Signal wahrzunehmen und wenn nötig rechtzeitig eine Bremsung einzuleiten.
Unser Inneres behüten
Aufmerksamkeit kann über Leben und Tod entscheiden. Eine andere Art von Aufmerksamkeit: Im kurzen Briefing-Gespräch mit der Kundenbegleiterin vor der nächsten Zugfahrt frage ich sie, wie es bei ihr so läuft. Leicht aufgewühlt erzählt sie kurz von einer unliebsamen Begegnung mit einem Fahrgast ohne gültigen Fahrausweis. Ich höre zu und wünsche ihr eine angenehmere Fahrt als vorhin, worauf sie sichtlich entspannter an ihre weitere Arbeit geht.Neben der Aufmerksamkeit für andere halte ich auch die Aufmerksamkeit auf mich selbst für wichtig – man nennt das Selbstwahrnehmung oder Achtsamkeit. In der Bibel hat Salomo dazu geschrieben:
«Mehr als alles hüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus»
(Die Bibel, Sprüche 4,23)
Was kann uns helfen, auf unser Inneres zu achten und es zu behüten? Ein Spaziergang im Wald, eine bestimmte Zeit das Handy ausschalten, Musik machen, Entspannungsübungen, ein anregender Austausch unter Freunden. Mir hilft es sehr, bewusst Zeit mit Gott, mit Jesus, zu verbringen, der mein Inneres sehr gut kennt. Beim Beten kann ich ihm offen sagen, was mich beschäftigt, und beim Lesen in der Bibel lerne ich Gott mehr kennen, sowie seine Gedanken über mich und meine Mitmenschen. Es hilft mir, auf eine gute Art sowohl auf mich selbst als auch auf meine Mitmenschen aufmerksam zu sein.