Kennen sie «Trainspotter»? Sie planen oft viele Tage im Voraus, beobachten das Wetter und können stundenlang geduldig warten, bis der entsprechende Zug zum Fotografieren auftaucht.
Geduld ist eine Tugend, aber oft nicht gerade unsere Kernkompetenz. In unserer Gesellschaft, die auf Wachstum, Selbstverwirklichung und Schnelligkeit ausgerichtet ist, haben wir es verlernt, geduldig zu warten. Wozu auch, wo wir so leicht viele Bedürfnisse sofort befriedigen können? Doch diese Schnelligkeit und die damit verbundene ständig rasante Veränderung kann auch Verunsicherung und Entmutigung auslösen. Vor allem, wenn man «nicht mithalten» kann oder unerwartete Schicksalsschläge zum Stillstand verdammen. Zwingt uns das Leben zum Warten, wird uns klar, dass wir am Ende unserer Grenzen angelangt sind und keine Kontrolle über die Umstände haben.
Genau an diesem Punkt ist Geduld gefragt, was mehr ist, als passives Abwarten. Geduld beinhaltet, trotz allem einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft zu wagen! Christen haben hier einen entscheidenden Vorteil – denn sie wissen, dass Gott in einer sich ständig verändernden Welt immer derselbe bleibt. Er ist der Anfang und das Ende und steht immer zu seinem Wort, dass denen, die ihn lieben, alle Dinge zum Guten dienen werden (die Bibel, Römer 8,28). Bei ihm ist Stabilität und Sicherheit zu finden, auch mitten im Chaos.