Kindesalter, Jugend, Arbeitsphase, Rentenalter, hohes Alter – und dann?
Stelle dir vor: Du sitzt im Kino. Der Film deines Lebens flimmert über die Leinwand. Vielleicht bist du erst 25 oder schon 70. Es gibt Lachen, Tränen, Abenteuer, ruhige Momente. Dann reißt der Film ab. Wir sind in der Gegenwart angekommen. Wie wäre es, wenn du Einfluss darauf hättest, wie das Ende aussieht? Gott lädt uns ein, unser Leben vom Ende her zu denken. Mitte Mai haben ich meinen Vater (96) zu Grabe getragen. Vor einem offenen Grab einen geliebten Menschen loszulassen, ist unfassbar schwer. Es kann einem das Herz zerreißen. Solche Momente erinnern uns daran, wie kostbar und vergänglich das Leben ist – und dass es darauf ankommt, wie wir es gestalten.
Der letzte Feind
Die Tränen bezeugen es: Der Tod ist ein Feind. Das Evangelium nach Johannes berichtet uns, wie Jesus angesichts des Todes von seinem Freund Lazarus «… bis ins Innerste erschüttert war … und seine Augen sich mit Tränen füllten» (Johannes 11). Bewegend, wie Jesus mit uns auf diesen letzten Feind blickt – zornig und traurig. Und doch auch voller Hoffnung. Denn der Tod ist nicht nur der letzte Feind, sondern ein besiegter Feind. Mit Tränen in den Augen, flüstert Jesus Marta und Maria zu:
«Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das?» (Johannes 11,25–26)
Was wäre, wenn du heute anfängst, dein Leben vom Ende her zu denken? Welche Entscheidungen würdest du treffen? Lass dich von der Hoffnung inspirieren, dass der Tod erst der Anfang ist – und mach deine Lebensgeschichte im Vertrauen auf den Auferstandenen zu einem «Film», in dem Gott der Regisseur ist.