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Warum gibt es RailHope?
Rudolf Baltensperger, Postverwalter und erster Präsident des ECV (Evangelisch Christliches Verkehrspersonal - vorheriger Name von RailHope) nannte in den dreissiger Jahren drei Punkte, Gründe, die zur Gründung des ECV geführt haben. Sie können ohne weiteres für die nächsten 100 Jahre gelten:
1. Wir sind es unserem Gott schuldig!
«Nicht Liebhaberei etlicher an Jesus Christus gläubiger Kollegen war es, die zur Gründung einer Vereinigung des christlichen Verkehrspersonals in der Schweiz geführt hat, sondern das klare Bewusstsein um einen göttlichen Auftrag, der es uns zur Aufgabe macht, christliches Leben unter dem schweizerischen Verkehrpersonal zu wecken und zu fördern. Und göttlicher Auftrag ist’s auch, der unsere gläubigen Kollegen zum Zusammenschluss innerlich verpflichtet. Geschwister, lasst uns einig werden, unsere uns von Gott gegebene Aufgabe zu erkennen und zu üllen. Wer unter unseren Kollegen mit Ernst ein Christ sein will, schliesse sich unserer Vereinigung an und helfe mit bei der Erfüllung dieses göttlichen Auftrages.
2. Wir sind es uns selbst schuldig!
Im Zusammenschluss zum gemeinsamen Handeln in der Liebe Jesu Christi liegt zunächst einmal ein grosser Segen für jedes einzelne Mitglied unserer Vereinigung. Beruflich und Ausserberuflich hat das Verkehrspersonal seine besonderen Schwierigkeiten und Nöte. Wie oft führt uns unser Beruf zu Gewissenskonflikten, wie oft auch zur Sünde. Wir sind aber vereint, und so liegt in der Gemeinschaft eine starke Kraft zur Ueberwindung der Schwierigkeiten. In ihr empfangen wir was wir brauchen, lernen aneinander und miteinander und erhalten so die nötige Ausrüstung zum ernsten Glaubenskampf, der uns Christen obliegt. Also schon um seiner selbst willen sollte der gläubige Arbeitskollege nicht ausserhalb unserer Vereinigung bleiben.
3. Wir sind es unseren Arbeitskollegen schuldig!
Durch unseren Zusammenschluss wollen wir eine Einheit darstellen, die nicht ohne Einfluss auf unsere Arbeitskollegen bleiben kann. Wie sollten denn auch unsere Kollegen von der weltüberwindenden Kraft des Glaubens überzeugt und erfasst werden, wenn nicht die, welche glauben, einhellig und innerlich geschlossen zur Sache Jesu Christi stehen. Sind wir wahrhaft von Jesus ergriffen, so sind wir eins in ihm und gehören zusammen, gleich welcher Denomination wir sonst angehören. Dann kann der Einfluss kraftvoll wirken, dass unsere Arbeitskollegen, den fürchten lernen, an den wir glauben und den erkennen, den Gott uns als Erlöser gesandt hat: JESUS CHRISTUS.
Und der Schwache im Glauben wird im Zusammenschluss mit anderen Gläubigen einen Rückhalt haben und wir alle werden mehr Freudigkeit und mehr Kraft empfangen um unseren himmlischen und irdischen Beruf treu zu erfüllen. Sind wir doch eigentlich aufeinander angewiesen, wie Glieder eines Leibes, da Jesus Christus das Haupt ist. In ihm allein haben wir ja das grosse Geheimnis der Gottseligkeit und darum folgen wir ihm mit Freuden. Und allein das grosse Vorrecht, das Heil in Jesus Christus unseren Arbeitskollegen nahe bringen zu dürfen, sollte unseren gläubigen Arbeitskollegen dazu innerlich bewegen, der Vereinigung des christlichen Verkehrspersonal des Schweiz beizutreten und ihr Zeit und Kraft zur Verfügung zu stellen.»
Menschen, die Gott brauchte
Die Gründer des ECV waren Männer, die die Prioritäten richtig setzten. Rudolf Baltensperger, es ist nicht belegt, dass er von Anfang an als Präsident amtete, setzte sich mit voller Kraft für den ECV ein. Er bekundete dies in einem Traktat, das Rolf Wilhelm veranlasste, dessen Inhalt nochmals zu veröffentlichen. 1908 waren es viel mehr einzelne Gruppen, die sich konstituierten. Baltensperger hatte von Gott her die Kraft und Energie, die Gruppen zu bündeln und zusammen zu halten.
Sebastian Kreis war ein Mann, der seine Talente für Gott gebrauchte: Nach dem Ersten Weltkrieg nahm der Zürcher Tramkondukteur die Redaktion der Vereinszeitschrift „Der Freund“ wieder in die Hand. So amtete er als Redaktor, Setzer und Drucker in einer Person. Er scheute in einer Ausgabe von 1936 auch nicht die Herausgabe von Artikeln in Französisch. In den 60er Jahren schien dem Vorstand beinahe die Kraft zum weiter machen auszugehen.
Walter Merz und Albert Schmid entschlossen, das Amt des Präsidenten zu teilen und sich im Amt abzuwechseln. Sie verstanden Gottes Auftrag und konnten so ihre Talente den Kräften und Fähigkeiten entsprechend einsetzen.
Alwin Wyder war in den 80er und 90er Jahren von Gott gebraucht worden. Er war Vize, später Präsident und Redaktor in Personalunion. Später war er auch Vizepräsident der Internationalen Eisenbahnermisson IRM. In diese Zeit fiel auch die Öffnung mit Inseraten, Bibeln in Personalräumen, Traktate in Deutsch, Französisch und Italienisch. Was wäre passiert, wenn diese Männer (und viele ungenannte ebenso) trotz Streiks und Kriegen ihre Talente nicht für den ECV eingesetzt hätten? Wir danken dem grossen Gott, dass er Menschen berief und sie gehorsam waren. Die Geschichte des ECV ist geprägt von Menschen, die sich dieser Herausforderung stellten. Deshalb konnte Gott dieses Missionswerk unter Eisenbahnern und Postangestellten vorantreiben.
Chronik
04. März 1908: In Zürich wird die erste ECV-Sektion von Postangestellten gegründet. Tramangestellte in Zürich treten im selben Jahr bei.
1914: Es entstehen ähnliche Gruppen in Basel, Bern, Zürich Oerlikon, Schaffhausen, St. Gallen und Winterthur.
1917: Bibelgruppen der PTT und SBB Beamtinnen
1914 – 1918: 1. Weltkrieg
Am 09. August 1926 unterzeichnet Rudolf Baltens-perger in Tampere, Finnland, das Grün-dungsprotokoll des Dachverbandes «International Railway Mission» (IRM) für die Schweiz, zusammen mit Dänemark, Deutschland, Estland, Grossbritannien, Holland, Norwegen, Österreich und Schweden.
1930: Erstmals IRM-Konferenz in Zürich.
1932: ECV gibt Impulse für christliche Postarbeit in Frankreich.
1936: ECV-Präsident Rudolf Baltensperger besucht die IRM Konferenz Stockholm und die Missionsarbeit in Finnland.
1939 – 1945: 2. Weltkrieg
1943: Gebetsbund des Verkehrspersonals wird gegründet.
1948: Karitative Hilfe für Eisenbahner im kriegsversehrten Deutschland.
1953: IRM Konferenz in Zürich mit über 200 Gästen vorwiegend aus Skandinavien.
1957: Gebetsbund versucht illustrierte Evangelien aufzulegen.
1958: 50-Jahrfeier in Zürich. Vertreter aus Deutschland nehmen daran teil.
1969: IRM Konferenz in Gwatt mit 250 Teilnehmern.
1971 Missionsstatement in der Zeitschrift „Der Freund“
14./15. Mai 1983: 75-Jahrfeier in Bern. Der ECV gibt eine Jubiläumsschrift heraus.
1984: Neues Signet ECV
1984: IRM Konferenz in Interlaken mit 325 Teilnehmern.
1986: Erste Vorstösse, Geld für missionarische Zwecke zu verwenden und Bibeln in Aufenthaltsräumen aufzulegen.
1987: Erste Inserate im „Eisenbahner“ (Zeitung der Gewerkschaft SEV).
1988: 16 Inserate erscheinen in Bahnzeitungen; Handzettel, Kleber, 6 Aluplakate werden bereit gestellt. Auch in Zeitungen von PTT und Zoll erscheinen Inserate. Neben bereits bestehenden Schaukasten in Winterthur, Luzern und Basel wird ein Schaukasten in Chur PTT eingerichtet.
1991: Kontaktaufnahme mit Gruppen der PTT und in die Westschweiz.
1992: Erstes Projekt für einen gemeinsamen Kalender mit Deutschland und Österreich.
1993: Die erste Frau nimmt Einsitz im ECV-Vorstand: Elisabeth Andreetti-Hari übernimmt die Redaktion der Vereinszeitschrift. Als Vertreter der PTT wird Emil Holliger in den Vorstand gewählt. Er initiiert eine Gebetskette.
1995: Der erste farbige Werbeflyer „Einsteigen bitte“ erscheint.
1997: 800 Kalender werden für den ECV bestellt.Postkarten werden in Auftrag gegeben.
2000: Eine Sondernummer der Zeitschrift „Der Freund“ zum weitergeben erscheint. Inserate mit Bibelversen erscheinen in der SBB-Personalzeitung und derjenigen der Post.
2002: Der ECV übernimmt die Schaukästen der Abstinenzorganisation SVEN.
2003: Erstmals trifft sich der Vorstand zu einer mehrtägigen Retraite. Urs Argenton berät den Vorstand als Mentor.
2004: Neue Statuten und Missionsstatement werden erarbeitet. Die Website www.ecv-online.ch entsteht. Der ECV bekommt ein neues Logo. In Emmetten findet die Konferenz und Freizeit der Internationalen Eisenbahnermission IRM mit 200 Teilnehmern statt.
2005: Aus „Der Freund“ wird die Zeitschrift „Zugkraft“. Ein neues farbiges Informationsfaltblatt erscheint.
2006: Ueli Berger, Lokführer in Basel, wird zu 50% als ECV-Mitarbeiter angestellt. Erste Herausgabe der Bahnzeitschrift «Rail Light».
2008: Der Kalender für Eisenbahner erscheint erstmals in Farbe.
100-Jahr-Jubiläumsfeier in Bern.
Mit «Weichen-Stellen» - Tagungen macht sich der ECV fit für die Zukunft und geht neue Wege.
Fotocredits "Geschichte": Daniel Ammann - Hansrudolf Lüthy, Oberentfelden - Regionalverkehr Bern-Solothurn
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